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Rede zur Eröffnung der Ausstellung von Dietmar F. Spranz am 29.09.2016

Eröffnung der Werkschau
1 ZOBL – 75
DAS BILD IM KREIS
HELMUT ZOBL PRÄGUNGEN 1956 BIS 2016
Kunsthistorisches Museum Wien
Donnerstag, 29. September 2016, 18:00 Uhr

Sehr geehrter Herr Universitätsdozent Dr. Alram,
sehr geehrter Herr Professor Zobl, lieber Helmut,
sehr geehrte Damen und Herren,

Zunächst vielen Dank für die Einladung, zur Einbegleitung dieser Werkschau einige Worte beizutragen. Es ist mir eine Ehre, dass mir diese Aufgabe zugedacht wurde, und gleichzeitig auch eine besondere Freude. Du weißt, lieber Helmut, wie sehr ich von Deinen Werken und Deiner dahinter liegenden Gedankenwelt begeistert bin, und es ist ganz einfach schön, diese Begeisterung mit anderen, nämlich mit Ihnen, sehr geehrte Festgäste, teilen zu dürfen. Ich danke auch Herrn Prof. Dembski dafür, dass er als der Präsident der Österreichischen Numismatischen Gesellschaft mir dafür, so zu sagen, „das Feld überlassen“ hat.
Lassen Sie mich aber gleich zu Beginn aber auch dem Kunsthistorischen Museum zum besonderen Jubiläumsjahr gratulieren. Dass aus diesem Anlass fast zeitgleich mit der heutigen Ausstellungseröffnung an der Außenfassade des Museums eine Lichtinstallation eingerichtet wurde, die gleichfalls Bilddarstellungen im Kreis vermittelt, lässt einen interessanten Gleichklang erkennen. Insoweit wir aus der Welt der Münzen und Medaillen kommen – aber keineswegs nur bei diesem Zugang – ist es für uns ja seit jeher eine Selbstverständlichkeit, die runde Formatvorgabe nicht als eine Restriktion zu verstehen, sondern als eine Einladung sie als besondere Ausdrucksform zu nutzen. In der kleinen Ausstellung hier finden sich genau dafür zahlreiche eindrucksvolle Beispiele.
In einem weiteren Punkt möchte ich dem Kunsthistorischen Museum, und hier vor allem dem Münzkabinett, seinem Direktor sowie dessen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein ganz großes Kompliment nicht vorenthalten: Aus dem Schaffen eines vielseitigen und noch dazu auch in Bezug auf den quantitativen Output überaus produktiven Künstlers wie Professor Zobl über einen Zeitraum von 50 Jahren mit nur rd. 100 Exemplaren das eigentlich Typische und das wirklich Wesentliche auszuwählen (was natürlich nur in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler möglich war) und dann auch noch für die Präsentation ein nachvollziehbares Konzept zu entwickeln und umzusetzen, ist eine enorme Herausforderung, die meiner bescheidenen Meinung nach bravourös gemeistert wurde.
Zu der Werkschau selbst werde ich, meine sehr geehrten Damen und Herren, im Zusammenhang mit dem künstlerischen Schaffen von Professor Helmut Zobl (oder korrekt gesagt, mit dem anzahlmäßig größten Teil seiner künstlerischen Arbeit) auf einige Zahlen eingehen, die ich als durchwegs sehr eindrucksvoll empfinde. Zuvor möchte ich aber das ganz Besondere hervorheben, das den Künstler auf diesem Gebiet auszeichnet:
Das Werkeverzeichnis von Helmut Zobl enthält mit fortlaufender Nummerierung im Wesentlichen nur die von ihm geschaffenen Negativschnitte in Stahl also im Besonderen Prägestempel, die vor allem zur Herstellung kleinerer Auflagen von Medaillen, Jetons oder ähnlichen „Bildern im Kreis“ geschaffen wurden.
Bekanntlich ist diese seit der Antike übliche Art der Herstellung von Prägewerkzeugen, bei der das Münzbild vom Graveur direkt – und zwar negativ – in den Stempelstahl „geschnitten“, eigentlich aus diesem „herausgemeißelt“ wird, für die Großserienproduktion von Münzen seit dem Ende des 19. Jahrhunderts de facto verschwunden. Für diesen Zweck, in weiterer Folge dann aber auch für die überwiegende Mehrzahl aller kleineren Medaillenauflagen hat sich seit der Erfindung der Reduziermaschine das relativ große Gipsmodell, das mit dieser Maschine auf Original-Stempelgröße verkleinert wird, durchgesetzt. Heute stehen dafür natürlich auch Computer- und Lasertechnologie zur Verfügung.
Die „hohe Kunst des Negativ-Stahlschnitts“ beherrschen daher heute nur noch wenige. Helmut Zobl ist nicht nur einer (der Einzige ?), der sie noch uneingeschränkt beherrscht, weiter entwickelt, sie während seiner gesamten Schaffensperiode stets auch vorrangig zum Einsatz gebracht hat und sie nach wie vor auch für die Mehrzahl seiner Arbeiten anwendet. Was diese Technik auszeichnet, ist die mit bildhauerischer Präzision auszuführende unmittelbare Umsetzung des Entwurfs durch den Künstler in den Werkzeugstahl. Diese Unmittelbarkeit kommt einerseits darin zum Ausdruck, dass der Stahl grundsätzlich keine Fehler verzeiht, andererseits wird es aber durch Probeabzüge – Blei- oder Zinnabschläge – während des gesamten Entstehungsprozesses möglich, dass noch eine Weiterentwicklung des Kunstwerks stattfindet, also insbesondere zusätzliche emotionale Bezüge des Künstlers in die endgültige Gestaltung einfließen. Helmut Zobl hat dazu einmal sehr treffend gesagt: „Vom Punkt zum Kreis ist es nur ein kleiner Gedanke, aber ein langer Weg für Hammer und Meißel“.
Ich will damit, meine sehr geehrten Damen und Herren, nicht missverstanden werden im Sinne einer Abwertung von Gipsmodell und Reduktion gegenüber Negativschnitt direkt in Stahl, sondern wollte nur betonen, dass es sich um zwei verschiedene Zugänge zur Entwicklung von „Bildern im Kreis“ handelt. Wobei Helmut Zobl eine klare Priorität gesetzt hat.
Seine Aktivitäten bei der Gestaltung von Zahlungsmitteln, Münzen also, beweisen allerdings, dass er (ich habe ja schon eingangs auf seine Vielseitigkeit hingewiesen) sehr wohl auch auf diesem Gebiet, salopp gesagt, zu Hause ist. Auf konkrete Beispiele dafür komme ich noch zu sprechen. Vorerst nochmals auf die „Produktivität“ von Helmut Zobl zurückkommend, muss ich Sie jetzt aber doch noch, wie angekündigt, mit einigen Zahlen – hoffentlich nicht allzu sehr – langweilen:
Helmut Zobls Werkeverzeichnis bei den Negativschnitten liegt nach rd. 50 Jahren knapp jenseits einer Gesamtzahl von 1300. Das bedeutet einen Durchschnittswert von einem Stempel in 2 Wochen. Irgendwann hast Du mir, lieber Helmut, verraten, dass durchschnittlich für einen solchen Prägestempel, allein für die Arbeit im Stahl eine Nettoarbeitszeit von ca. 5 Stunden anzusetzen ist, mit bis zu hundert Hammerschlägen pro Minute. Also rd. 30.000 Hammerschläge pro Stempel, das heißt alles in allem fast 40 Millionen Schläge in diesen rd. 50 Jahren. Ich bin immer wieder beeindruckt, wenn ich mir allein die physische Belastung vorzustellen versuche, die damit über die Jahrzehnte für Augen, Ohren und Gelenke des Künstlers verbunden gewesen sein muss.
So viel zu den Negativschnitten in Stahl. Lassen Sie mich, meine sehr geehrte Damen und Herren, damit, wie angekündigt, zum zweiten Schwerpunkt dieser Werkschau kommen, nämlich zu Helmut Zobls Schaffen auf dem Münzensektor. Dieses findet bei den Werknummern kaum Niederschlag, weil es sich eben nicht um Negativschnitte handelt. Hier ist die Einreichung von Gipsmodellen heute zumeist Wettbewerbsbedingung.
Auf diesem Gebiet ist vor allem die ab 1980 in einer Auflage von über 10 Mio. Stück heraus gebrachte 20 Schilling-Umlaufmünze der Republik Österreich mit einem durch die figurale Darstellung hergestellten symbolischen Bezug zu den neun Bundesländern hervorzuheben. Sie sorgte bei ihrem Erscheinen für besonderes Aufsehen. In Vitrine 2 sehen Sie in Augenhöhe (in diesem Fall in rechteckigem Format) eine Pinselzeichnung dieses Münzmotivs. Schätzungen zufolge sind heute noch rd. 4 Mio. Stück dieser Münze (unter Anführungszeichen) im „Umlauf“, und könnten theoretisch noch in Euro umgetauscht werden. Je mehr davon durch Umtausch untergehen, bleiben die anderen damit Sammelobjekte und damit Stoff für die Numismatik der Zukunft.
Darüber hinaus hat Helmut Zobl auch eine Reihe von Silbermünzen der Republik Österreich, geschaffen, die Sie ebenfalls in Vitrine 2 sehen. Dort finden Sie außerdem auch zu anderen Münzprojekten – realisierte und teilweise auch nicht umgesetzte – Entwürfe, wie beispielsweise auch die, leider nicht zum Zug gekommenen Beiträge von Helmut Zobl zum seinerzeitigen Euro-Münzen-Wettbewerb. Auf die dort auch ausgestellte100 Schilling-Silbermünze zu den Olympischen Winterspielen 1976 möchte ich gerne später nochmals zurückkommen.
Alles in allem, und damit letztmalig von meiner Seite eine Zahl, dürfte die Auflagen-Gesamtzahl der von Helmut Zobl für das Österreichische Hauptmünzamt gestalteten Münzen die Marke von 40 Mio. Stück übersteigen. Also eine gewaltige Menge!
Wie schon eingangs gesagt, sind aus diesem gewaltigen Oeuvre in dieser Werkschau ca. 100 Exponate vertreten. Zu jedem Objekt gäbe es eine Geschichte, ich habe in den Gesprächen mit Dir, lieber Helmut, manche dieser Geschichten interessiert und fasziniert verfolgt. Hier und heute müssen wir uns auf einige wenige kurze Hinweise beschränken:
Zum Beispiel auf die schon erwähnte Vitrine Nr. 2 mit den im oberen Teil gezeigten Wettbewerbsbeiträgen. Oder auf den unteren Teil der Vitrine Nr. 3, die einige bemerkenswerte Frühwerke, insbesondere Güsse enthält, darunter den Zyklus „Sieben Siegel“, wenn ich mich recht erinnere, war das eine Art von oder überhaupt die Diplomarbeit von Dir.
Im oberen Teil der Vitrine 3, meine Damen und Herren, finden Sie unter anderem auch dem Münzschaffen unserer keltischen Vorfahren nachempfundene Stücke, darunter Nachschnitte der winzigen Roseldorfer Goldprägungen; Helmut Zobl erweist auf diese Art immer wieder auch seinen historischen Vorgängern seine Referenz, wie beispielsweise auch mit der im Mittelteil dieser Vitrine ausgestellten Paraphrase zum Friesacher Pfennig.
Vitrine 1 ist im oberen Teil dem „Zobl-Welttaler“, einem Zyklus, der Helmut Zobl von 1972 bis 2011 begleitet hat, gewidmet. Der Zyklus ist dem Streben der Menschen nach vertrauens- und friedvollem Zusammenleben gewidmet, ein Gedanke, den wir auch sonst im Schaffen von Helmut Zobl, so zu sagen als roten Faden, immer wieder antreffen.
Mittelpunkt ist in fast allen seiner Werke der Mensch, zwar als Individuum aber stets in Kommunikation mit anderen in seiner Umgebung, mit der Welt insgesamt und mit dem Universum. Dies stets auch mit einer positiven Grundstimmung, die vieles erreichbar erscheinen lässt.
Wahrscheinlich ist diese Einstellung, dass der Mensch im Zusammenwirken mit anderen sehr viel erreichen kann, wenn er nur will, auch der Grund dafür, dass (wie insbesondere im unteren Teil der Vitrine 2 dargestellt) für Auftragsmedaillen von Firmen, erfolgreichen Einzelpersönlichkeiten und Organisationen den Auftraggebern immer wieder der Name Zobl einfällt.
Auf ein in Bezug auf den Kommunikationsaspekt besonders interessantes Beispiel aus dem Münzschaffen von Professor Zobl möchte ich an dieser Stelle nochmals zurückkommen. Es ist dies der Abfahrtsläufer der als Münzbild für die 100 Schilling-Silbermünze zum Anlass der Innsbrucker Winterolympiade 1976 gewählt worden ist.

Dieser Sportler ist ein Einzelkämpfer, aber dargestellt in einer Rasterauflösung, wie sie für die Verbreitung von Bildern in Printmedien und Fernsehen unumgänglich geworden ist. Die Münze steht damit – einmal mehr – für das Zusammenspiel von individueller Leistung und der gerade bei Olympiaden unumgänglichen weltweiten Resonanz dieser Leistung, hier mit besonderem aktuellem technischem Aspekt.
Ich möchte diesen kurzen Ausblick auf Ihren „Spaziergang“ durch die Werkschau abschließen mit einem Blick in den unteren Teil der Vitrine 2, wo Sie die Prägung zur Ausstellung finden: „Gelungener höchster Sprung“, die sehr eindrucksvoll in die Gedankenwelt von Helmut Zobl, wie ich sie eben zu skizzieren versucht habe, wieder in Verbindung mit sportlicher Leistung, hineinpasst: Es ist die Darstellung eines Augenblicks, der ein Höchstmaß an Leistung erfordert, wobei im Revers, wie Zobl sagt, die „Annäherung an das Leichterwerden“ gezeigt wird, dies aber (sic !) „ohne dadurch den Blick auf die Mitmenschen zu verlieren“.
Zum Ende kommend, meine sehr geehrten Damen und Herren, möchte ich nur noch kurz anmerken, dass ich bewusst, weil zu dieser den Münzen und Medaillen gewidmeten Werkschau sprechend, nicht darauf eingegangen bin, dass Herr Professor Zobl auch im großformatigen Bereich, mit Pinsel, Farbe und Papier, auch Glas, eindrucksvoll tätig ist.
Und da gibt es beispielsweise schon auch Bilder in einem Format von 4 x 1,5 Metern. Werke, die die Gedankenwelt des Künstlers ebenso klar und verständlich widerspiegeln, wie die kleinen Ausstellungsobjekte hier. Und möglicherweise ist es gerade der gleichzeitige Umgang sowohl mit großen als auch mit kleinen Objekten, der die Ausdruckskraft Helmut Zobls noch zusätzlich beflügelt.
Ich möchte schließen, lieber Helmut, mit nachträglichen Geburtstagswünschen, die Werkschau gilt ja Deinem schon eine Weile zurückliegenden 75. Geburtstag, und wünsche mir und wahrscheinlich allen, die Dich kennen, dass Du weiterhin der Suchende bleiben mögest, der Du bist, und Deine Fähigkeit erhalten mögest, die Ergebnisse und Erkenntnisse aller Deiner Suchprozesse in Deiner gewohnten Ausdruckskraft in Deine künstlerischen Werke einzubringen. Ich wünsche Dir Gesundheit sowie ungebrochene Leistungsfähigkeit und, vor allem, behalte Deine positive Grundeinstellung.
In diesem Sinne: ad multos annos!

Dr. Rainer Grund, Rede zur Katalogpräsentation, 2011

Dr. Rainer Grund (Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Münzkabinett)

Rede zur Präsentation des Kataloges „Helmut Zobl. Prägungen 2006 – 2011“
und zum 70. Geburtstag

Technische Universität Wien, Boeckl-Saal
6. Mai 2011, 18.30 Uhr

Lieber Helmut,
liebe Familie Zobl,
liebe Freunde, Kollegen und Gäste von Helmut Zobl,
sehr geehrte Damen und Herren,
zwei Ereignisse, die in einem inneren Zusammenhang stehen, haben uns heute an diesem Ort im Herzen Wiens zusammengeführt – zum einen der 70. Geburtstag des seit Jahrzehnten international renommierten Medaillenkünstlers Helmut Zobl, zum anderen die mit Spannung erwartete Präsentation seines nunmehr neunten Katalogbandes „Prägungen 2006 – 2011. Werkverzeichnis und Auswahl von Bildern“.
Ich freue mich, hier zu sein und teilzuhaben an der Würdigung eines Menschen, dessen Lebensleistung so umfassend und komplex ist, dass man sich ihr nur bewundernd annähern, sie aber wohl nie ganz ausdeuten und verstehen kann. Helmut Zobl ist mit seinem Denken und Schaffen ein Phänomen. Das Wort kommt aus dem Altgriechischen (fainómenon) und heißt ursprünglich „das Erscheinende“. Im deutschen Sprachgebrauch bedeutet es eine sinnlich wahrnehmbare Erscheinung, doch ebenso versteht man unter dem Begriff im übertragenen Sinn ein Genie bzw. einen überragenden Geist. Letzterer bildet das Fundament für ein subjektiv-philosophisches Gedankengebäude, das der Künstler auf einem langen Erkenntnisweg entwickelt und tief verinnerlicht hat. Die Welt des Helmut Zobl basiert auf - ich möchte fast schon sagen uneingeschränkt konsequenter - Menschenliebe einerseits, in Anbetracht der Unzulänglichkeiten in der irdischen Realität auf Utopien und Idealen andererseits. Nicht der Ist-Zustand mit all dem Falschen und Bösen wird thematisiert, wie es viele Zeitgenossen tun, was meiner Meinung nach auch eine mögliche Herangehensweise und wichtig ist, sondern das Anzustrebende, das Gewünschte, das Erhoffte – letztlich eine Vision von vorgestellter Humanität.
Eine der Kernaussagen des Künstlers lautet „Die Worte und Bilder über mir und die Worte und Bilder in mir wollen zusammenfinden.“ In diesem kurzen Satz werden Intention und Herangehensweise deutlich. Helmut Zobl betrachtet das Ganze, indem er das Aufeinandertreffen vom eigenen Ich und dem Du des anderen, von innen und außen, von Mikrokosmos und Mikrokosmos künstlerisch verarbeitet. Im Œuvre nimmt der Mensch in seinem Beziehungsgeflecht zum Universum, zur Umwelt und vor allem zueinander eine zentrale Stellung ein. Die philanthropische Gesinnung Helmut Zobls prägt sein Leben als Künstler und Mensch, so dass eine Wechselwirkung besteht, von der ich berührende Bespiele schon selbst erfahren durfte.
Helmut Zobl ist mit seiner österreichischen Heimat, mit dem Salzburger Land, tief verbunden, er ist ebenso ein Wiener mit Charme. Das, was er denkt und macht, überschreitet aber regionale und nationale Grenzen. Sein Werk gehört der Welt. So hat er gerade in Deutschland viele Verehrer und Freunde seiner Kunst. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass er bereits 1994 der drei Jahre zuvor gegründeten Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst beigetreten war. Durch die Mitgliedschaft hat sich eine enge Verzahnung mit den Aktivitäten auf dem Gebiet der zeitgenössischen Kunstmedaille in Deutschland ergeben, wovon beide Seiten Nutzen ziehen. Ausdruck für die Beziehungen sind realisierte Aufträge bzw. Projekte mit Institutionen, Vereinen und Privatpersonen in Deutschland. Im Jahr 2001 wurde anlässlich des 60. Geburtstages eine große Personalausstellung des Münzkabinetts der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden im Albertinum mit einer beeindruckenden Besucherresonanz veranstaltet. Die internationale Bedeutung Helmut Zobls manifestiert sich in der Teilnahme an den Weltausstellungen der Fédération Internationale de la Médaille d’Art seit 1968. Bei der letzten derartigen Exposition 2010 im finnischen Tampere war der Künstler mit dem ein Jahr vorher entstandenen Zobl-Welttaler Nr. 11 im Rahmen des Länderbeitrages der Bundesrepublik Deutschland vertreten. Um noch ein ganz aktuelles Beispiel zu erwähnen: Mit zwei Prägemedaillen ist Helmut Zobl an der derzeit laufenden Sonderausstellung des Dresdener Münzkabinetts „Die deutsche Kunstmedaille der Gegenwart“ beteiligt. An dieser Stelle bitte ich die vielen österreichischen Kollegen und Freunde um etwas Nachsicht und Verständnis. Wir sind weit davon entfernt, unseren Freund unter deutscher Flagge laufen lassen zu wollen. Es geht um die Beförderung einer Sache. Betrachten Sie die Präsenz des Künstlers innerhalb der deutschen Aktivitäten zur Pflege der Medaillenkunst als eine Ehre. Im Rahmen des grenzüberschreitenden, des europäischen Gedankens sollte dies zunehmend eine Normalität darstellen, wie es auch bei anderen Künstlern der Fall ist.
Lassen Sie mich abschließend auf den schon erwähnten Welttaler Nr. 11 noch kurz eingehen. Er hat mich - wie schon vorangegangene Ausgaben des Welttaler-Zyklus - in besonderer Weise beeindruckt, so dass ich das Bedürfnis verspürte, mich mit diesem Werk inhaltlich näher auseinanderzusetzen.
Die Prägemedaille mit dem Titel „Im Sonnengeflecht: …erkennen, wiederfinden, vertrauen“ bildet den vorläufigen Abschluss eines Zyklus, dessen Leitthema Helmut Zobl in einem Zeitraum von mehr als 35 Jahren intensiv beschäftigt. So gehört die Werkgruppe hinsichtlich des philosophischen Anspruchs, der Komplexität des Gegenstandes sowie seiner geistigen Durchdringung und formalen Umsetzung zu den Hauptwerken des Künstlers. Ursprünglich von der Idee getragen, das gängige Geld in seiner künstlerischen Qualität zu verbessern, hat der Künstler mit der Kopplung der Wörter „Welt“ und „Taler“, der Bezeichnung für die erfolgreichste große Silbermünze seit Beginn der frühen Neuzeit, eine Prägemedaille betitelt, die Seriencharakter bekommen sollte und deren Erfolg für sich spricht. Die neu gestaltete Rückseite des Welttalers Nr. 11 mit dem in Bezug zum Menschen stehenden Sonnensymbol, das auch als Rad der Geschichte gedeutet werden kann, versinnbildlicht die Einheit der Menschen im friedlichen Miteinander trotz der Unterschiede der einzelnen Individuen. Eindringlich formuliert ist die Hoffnung von einer zukünftigen humanen Weltordnung als Botschaft an nachfolgende Generationen.
Meine Damen und Herren, wie sprach doch in Goethes „Faust. Der Tragödie erster Teil“ im Studierzimmer des strebenden Gelehrten sein Gegenspieler Mephistopheles zu Faust „Die Zeit ist kurz, die Kunst ist lang“. Der große deutsche Schriftsteller, aus dessen Werken gern zitiert wird, hat hier selbst auf eine antike Vorlage zurückgegriffen. Vom Anfang der „Aphorismen“ des Griechen Hippokrates ist durch den römischen Philosophen Seneca in Latein überliefert „Vita brevis, ars longa“, “Das Leben ist kurz, die Kunst ist lang“. Es ist schon beruhigend zu wissen, dass es seit der Antike die Auffassung gibt, dass wahre Kunst die Zeiten überdauert. Und ich bin überzeugt davon, dass auch zahlreiche Prägungen und Bilder von Helmut Zobl noch in vielen Generationen nach uns weiterwirken werden. Wir sind aber jetzt im Jahr 2011, freuen uns über einen vitalen junggebliebenen Künstler, der heute seinen 70. Geburtstag feiert, und wünschen ihm noch viele Jahre guter Gesundheit und voller Schaffenskraft.
Mach‘ weiter so, lieber Helmut!


Fritz Weilandt - Ansprache für Zobl 70er

Kurzfassung der Rede zu Helmut Zobls 70sten Geburtstag am 6.5.2011 im Boeckl-Saal der TU-Wien, „Zeitlos. Auch nach siebzig“.

Lieber Helmut, liebe Großfamilie Zobl, liebe Freundinnen und Freunde von Helmut Zobl!

Vor so vielen Menschen, die in Nähe und Freundschaft zu Dir stehen, über unsere Freundschaft sprechen zu dürfen, zeichnet mich ungebührlich aus.
Wir sind beide im Frühjahr 1941 geboren, im Frühjahr unseres Lebens haben wir einander
kennengelernt, und jung blieb Dein Wesen, obgleich wir, nach Jahren gezählt, im Halbfinale
unseres Lebens angelangt sind.
Im Vorwort zu dem hier heute präsentierten Katalog 9 schreibst Du über Deine Kindheit und
Jugend, siehst die Bilder, hörst die Stimmen dieser Zeit und vergleichst sie – ich weiß, es war
mitten in der Nacht- mit Deinem augenblicklichen Befinden und hältst fest:“Zeitlos. Auch nach
siebzig.“
In Deinen Katalogen finden sich immer wieder Bilder Deiner Familie. Die Familie, die Generationenfolge sind Kraftquelle für Dein Schaffen, Deine Kunst, für das Zeitlose, die
Nähe zum Kind und noch immer zu dem Kind, das Du einmal warst.
Freundschaft schafft Nähe, und Nähe schafft Wirklichkeit. Darüber zu sprechen, ist etwas
anderes. Freundschaft geht in die Kategorie des Transzendenten, des Unnennbaren, was sich von innen her in sich lebendig objektiviert. Du schenkst mir zu meinem 70sten Geburtstag Deine Medaille „Ort der Umwandlung“ und schreibst dazu die Widmung:“Dem Fritz samt seiner und
meiner Ewigkeit im irdischen Jahr 2011.“ Wir haben Tränen der Freude geweint und gelacht.
Unsere Begegnungen finden vor allem in Deinem Atelier statt. Unten in der Mariahilferstraße
die lärmende Stadt aus den Fugen, und dann oben Du, Former, fest gefügt, umgeben von Deinen
Werken, das Geformte und die Stille Deines Ateliers. Da klopft dann vielleicht Franz, Dein Rabenfreund, an das Atelierfenster, und Du dienst ihm. Zufällig habe auch ich einen Rabenfreund. Er lebt im Augarten. Sie werden einmal unsere Seelenvögel sein.
Ich versuche jetzt für Dich, Wortmedaillen zu bilden, nicht so vollendet und greifbar wie Deine
aus dem Kraftfeld Geometrie, des Kreises, der Geraden, der Natur, der Menschen. Du bist beides
jetzt, Material und Prägestempel. Du prägst aus Dir, nie Kehrseite bist Du:

Die Seite die lacht
und die Seite die denkt
die Seiten die lachen
weil sie denken
verbunden durch dich.

Die Seite die lebt und liebt
die Seite die lichte
die Seite die schlichte
die absichtslose
verbunden durch dich.

Die Seite die erkennt
und die Seite die verhüllt
die Seite die sich fügt
die Seite die sich entgegenstemmt
verbunden sind sie durch dich.
Die Seite die gibt
die Seite die nimmt
die sensitive
die intuitive
und wieder verbunden durch dich.

Die Seite die vertieft
die Seite die erhöht
die Seite besessen von Schaffen
die Seite die lächelt und ruht
sie sind aus dir.

Die Seite des Kindes
die Seite die vertraut
die Seite die berührt
die Seite die verführt
verbunden durch dich.

Die Seite die unangepasst
die Seite die zugewandt
die Seite die schöpferisch
die Seite die bleibt
weil wir dich lieben.


Gerne sagt man einem Freund: Bleibe, wie Du bist! – Wir können nicht so bleiben, wie wir sind,
aber für das uns noch Bleibende wünschen wir Dir Gesundheit und eine sich noch lange nicht
verzehrende Energie und Schaffenskraft, von ganzem Herzen.
Fritz Weilandt




 

Wolfgang Hahn-Medaille 2010

Helmut Zobl –            Gedanken zur Medaille

 

Liebe Simone – Tochter,

nachdem nun am Dienstag, 14. August 2010, in der Münze Österreich die Probeprägung der Medaille für das numismatische Institut gut verlaufen ist, anwesend war auch Dr. Hubert Emmerig, möchte ich Dir noch etwas zur Entstehung dieser Medaille erzählen. Du hast ja ab und zu bzw. auch gleich vom Anfang der Arbeit an die einzelnen Arbeitsschritte so nach und nach gesehen und hast festgestellt „das ist ja einmal was ganz anderes“.

Dazu noch ein paar Gedanken, die Dir diese Arbeit vielleicht noch etwas näher bringen.

In etlichen Gesprächen mit Dr. Wolfgang Szaivert und Dr. Emmerig bei mir im Atelier oder im Institut wurden Details wie die Umschriften auf beiden Seiten und eine Bezeichnung als Verleihungsmedaille besprochen. Die Gestaltungsflächen wurden jeweils mit Ø 50 mm fixiert. Es sollte für den Zweck der Medaille auch das Instituts-Wappen verwendet werden (1965 entworfen von Ordinarius Univ.-Prof. Dr. Robert Göbl), welches leicht abgewandelt werden könnte. Die beiden Stähle (W 360, Ø 80 mm), wurden von der Münze Österreich, von Generaldirektor DI Kurt Meyer, zur Verfügung gestellt.

Die Frage war für mich, wie gehe ich an den „numismatischen Berg“ heran, damit ich an den Kern der Sache komme. Wie Du mich kennst, bin ich bei solchen Aufgaben sehr-sehr neugierig und versuche zunächst einmal, Informationen zur Sache zu sammeln, Unterlagen zur gestellten Aufgabe zu sichten, Texte, Bücher, Kataloge, Originale – soweit es technisch möglich ist. Und was mir auch wichtig schien, Einblick zu bekommen in die Persönlichkeiten von Prof. Göbl und Prof. Hahn und ihre wissenschaftlichen Arbeiten. Das erwies sich für mich wie das Kratzen an großen Steinen, die tief verborgen das Wissen wohl bereithalten, welches aber in so kurzer Zeit kaum erreichbar ist.

So habe ich dann eben versucht, aus der umfangreichen Literatur, den bildlichen Darstellungen numismatischer Bücher, Zeitschriften und Ausstellungskataloge und auch anschaulichen Objekten selbst in Ausstellungen (Münzkabinett im KHM) die „Stimmung“ der Prägungen aus verschiedensten Kulturen und Zeitabschnitten, über meine bescheidenen Kenntnisse in der Numismatik hinaus, gewissermaßen einzusaugen. Diese Wort- und Bild-Nahrung sollte für mich ja im direkten Negativstahlschnitt umsetzbar sein. Diese Fülle (ein Gedanken-Meer) an Informationen und die entsprechende Auslese ergaben das Bild vom geschnittenen Weizen. Dieses Bild sah ich als Gleichnis. Um an die Weizenkörner zu gelangen, an die für mich brauchbaren Gedanken und Bilder, – das Strohbündel (Gedanken-Fülle) bildlich vorgestellt in die Luft werfen und „die Spreu vom Weizen trennen“ ...

Es gab natürlich auch Texte, die mir wichtig erschienen und mich in der Auswahl von „Motiven“ für die kleinen Kreisbilder beider Seiten anregten (z. B. bei Herbert Bannert zum Thema Tausch und nomisma bei Platon).

Zunächst aber, bevor ich mit meinen eher primitiven Werkzeugen wie Meißel, Sticheln und Hammer, Minifeilen, Schmirgelpapier, Reißnadel und neuerdings auch altersbedingt mit der Lupe, mit meinen Gedanken und Bildern „auf der blanken unberührten spiegelnden Fläche in den Stahl gehe“, ist es unabdingbar wichtig, das Werkzeug zu schärfen, um auch im Zehntel- und Hundertstelbereich der plastischen Linien, mit Bollmeißeln und Sticheln, relativ exakt zu sein. Auch das erfordert Zeit und sogar Muße. Meine Gedanken wanderten schließlich auch zu den Künstlern der antiken Münzen, Bildhauern und Stempelschneidern, Goldschmieden usw. – weil ich deren Arbeiten sehr schätze (ich muss gestehen, wohl auch mit Einschränkungen); und die vielen Rätsel, welche rund um das Entstehen der Gravuren, Werkstoffe, Werkzeuge und Prägetechnik kreisen, sind meiner Einschätzung nach nicht restlos gelöst und geben sicher noch viele Entdeckungen preis.

1992 entstand zur Ausstellung im numismatischen Institut die Prägung „Frontalgesichts-Typ und Pferd“ (WNR 911, 912) als Nachschnitt einer ostnorischen Münze. Der „Frontalgesichts-Typ“ ist auch das Motiv des Instituts-Wappens, welches hier in der Mitte der Medaille, der Avers-Seite, zu sehen ist.

Umschriften am Avers, WNR 1241: · INSTITVTVM · NUMISMATICVM · / VNIV. VINDOB. (hervorgehobene Buchstaben dienen der Zeitangabe als Chronogramm, 2010).
Im Halbkreis unten: 8h–7h–6h–5h–4h: PRO MERITO, mit Verleihungsszene unterhalb.
Im Halbkreis oben, in den 7 kleinen Kreisbildern,
Ø zwischen 6 und 8 mm, stehen z. T. Nachschöpfungen aus Abbildungen bzw. Neuschöpfungen (Zobl) auf leicht erhöhter Stahlfläche:
9h – Bronzebarren (Geld, 1982). 10h – Prägeszene Hammer – Amboß (Zobl). 11h – Löwenkopf, Lydia (Das Fenster; Thema 165, 2004). 12h – Vom Wesen des Tausches (Anregung Bannert, nomisma bei Platon). 1h – Rv. zum Löwenkopf, zwei incuse Quadrate (auch als aufgeschlagenes Buch deutbar, Wissens-Sammlung). 2h – Geldverkehr, Zählbrett (Geld, 1982). 3h – Beispiel Flächenraster, zu Kreiszahl Pi, die sicher damals schon auch für die Münzgestalter sehr wichtig war. In Erinnerung deutbar auch als Hand von Prof. Göbl, die Position eines entnommenen Objektes darstellend.

Die Rückseite, WNR 1242, hat im oberen Halbkreis die Umschrift: · W. HAHN SVCCESSORI ·
Unterhalb: · MEM. FVND. R. GOEBL ·
In der Mitte als logische Rückseite zum Frontalgesichts-Typ der Nachschnitt einer ostnorischen Münze mit Pferdvariante (doppelte Mähne).

Aus der Fülle der Beispiele antiker Münzen, bezogen auf die wissenschaftliche Arbeit von Dr. Göbl (Kelten, Römer, Sasaniden) und Dr. Hahn (Axum, Byzanz, Bayern, Äthiopien) entschied ich mich ergänzend zum keltischen Pferd bei den vier freien Kreisflächen, je Ø 10 mm, für folgende Motive:
Dr. Hahn: Oben 10–11h – Axum, Frontalbüste (Oesterreichische Nationalbank, 1996, Abb. 12); 1–2h – Byzanz, Frontalgesicht (Whitting, 1973, Abb. 409); beide Gesichter mit anderer Blick-Kraft der Augen.
Dr. Göbl: Unten 4–5h – Gallienus (Die Römische Münze, 1973, Abb. 488); unten 7–8h – Hand (Göbl, Der Sasanidische Siegelkanon, Tf. 6, Abb. 8a). Die Hand als Symbol des großartigen Handwerks der Stempelschneider antiker Münzen, vieler Epochen und Kulturen. Die Leistungen der Stempelschneider sehe ich auch als wesentliche Zeugnisse der Zeitgeschichte.

Die Anhebung des „Medaillengrundes“, der quadratischen und wolkigen Fläche, ist eine Andeutung auf die mittelalterlichen Münzen, wo die Gravur im Eisen großteils vom Prägen stark verformt war.

 

Liebe Simone, ich habe versucht, Dir ein bisschen Einblick in die Arbeit vieler Stunden zu geben und danke Dir, dass Du mir bei vielen Fragen geholfen hast – wo ich selbst den Abstands-Blick etwas vermisst hatte – und – auch dafür danke ich Dir – dass Du mit (positiver) Kritik nicht gespart hast.

Und noch was, was mir besonders Freude bereitet: Das Konzept, dass durch die verschiedenen Höhen des Reliefs beider Seiten beim Prägen (mit Schlag) wiederholbare Einziehungen bzw. Vergrößerungen des Umfanges an bestimmten Positionen des Medaillen- Randes entstanden sind.

Auf der Rückseite in der Mitte ist ein schmales Band, unterbrochen vom keltischen Pferd, links und rechts davon Menschengruppen, von innen nach außen gehend zum Rand – diese sehe ich als Studenten und Absolventen des Instituts, welche die Reise durch die numismatischen Stationen bewältigt haben. Sie sind es auch, die die Form des Instituts verändern (können). Was meinst Du dazu?

Möge diese Ehrenmedaille mit dem Mini-Einblick in die Münz- und Geldgeschichte aus der Hand eines Stahlschneiders der Jetztzeit verdienten Numismatikern Freude bereiten.

 

Mein Titel zur Medaille lautet:

„Der Zauber der frühen Prägungen – Handwerk, Kunst und Zeitgeschichte“, 2010

Stationen (Pfade) zur Münz- und Geldgeschichte.

Technische Angaben:

Avers: Werknummer 1241: · INSTITVTVM · NUMISMATICVM · / VNIV. VINDOB. / PRO MERITO

Revers: Werknummer 1242: · W. HAHN SVCCESSORI · / · MEM. FVND. R. GOEBL ·

Negativschnitte in Stahl 1:1, Stahl W 360, Härtung in der Münze Österreich, Ø des Prägestempels 80 mm, Ø des Stahlschnittes (1:1) 50 mm.

Die Arbeitsschritte beider Seiten sind mit 20 (Av.) bzw. 15 (Rv.) Bleiabschlägen dokumentiert.

Prägung: Große Weingarten PS 200 (von 1978), 4 bis 6 Schläge zwischen 60 und 70 t, 2–3 x zwischengeglüht.

Prägungen (Freiprägung): Silber A 900, Ø 54 mm, Gewicht ca. 65 g, h = ca. 3 mm; Punze A 900. Bronze, Ø 54 mm.

Die Prägestempel für die Negativschnitte und die Ronden für die Prägung (Silber und Bronze) wurden von der Münze Österreich zur Verfügung gestellt, die auch die Prägung selbst in altbewährter Qualität übernahm.

 


Aus dem Katalog Helmut Zobl - Ein österreichischer Medailleur

oesterreich

Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Münzkabinett, Albertinum, Mai – September 2001

Dr. Wolfgang Hilger
(ein Bericht)

Bevor ich - vor genau 30 Jahren - Helmut Zobl kennen lernte, hielt ich Medailleure für hoffnungslos konservative, in Vorstellungen des Historismus befangene Künstler, die auf Metallplättchen unzeitgemäße Miniaturdenkmäler produzieren. Als ich mich jedoch mit Zobls Arbeiten näher befasste, sah ich, dass hier neuartige Themen und Vorstellungen, auch freie Kompositionen in den kleinen Kreis der Medaille Eingang gefunden hatten, dass sich hier ein junger Künstler ganz bewusst von den retrospektiven Tendenzen einer akademisch erstarrten Kleinkunst distanzierte und dabei inhaltlich, stilistisch und auch in handwerklich-technischer Hinsicht neue Wege zu beschreiten versuchte.

Letzteres ergab sich vor allem daraus, dass Zobl bereits vor seinem Studium bei Prof. Ferdinand Welz an der Wiener Akademie eine Fachschule für Metallbearbeitung in Steyr besucht und hier die Techniken des Stempelschnittes und der Metallgravur erlernt hatte. Zobl sah daher auch später nicht im klassischen Gipsmodell und in der mechanischen, durch die Reduktionsmaschine erfolgenden Stempelherstellung eine seinen Intentionen entsprechende Methode, sondern er entwickelte und verfeinerte den direkten Stempelschnitt, die unmittelbare Arbeit mit Meißel, Stichel und Hammer auf der Fläche des Prägestockes. Diese höchste Konzentration erfordernde, so gut wie unkorrigierbare Technik zwingt den Künstler, seine Vorstellungen als negatives Relief in die polierte Fläche eines Stahlzylinders einzuschneiden.

Zobl selbst bezeichnet sich als Vertreter einer Kunstform, die „auf kleinster Fläche eine Vielfalt an Phantasie, gestalterischen Möglichkeiten und gedanklicher Verdichtung darlegen kann“. Er verweist damit auf die ihm besonders wichtige Absicht, mit seinen Medaillenbildern auch Inhalte, persönliche Symbolismen und Wertvorstellungen zu vermitteln. Hiermit distanziert sich Zobl ganz bewußt von der ihm bedenklich erscheinenden zeitgeistigen Wertefreiheit, von der allgemeinen thematischen Beliebigkeit und Bezugslosigkeit. Er weiß vom Verlust der engen Bindung, die zwischen literarischem Motiv und Bildkunst bestand, und hat die Skepsis gegenüber dem Menschenbild niemals geteilt. Eigentlich ist Zobls Bilderwelt eine konservative, eine behutsam bewahrende und zugleich nach neuen Metaphern suchende.

In den ab 1969 entstandenen Zyklen „Neue Welt I-V“, mit denen sich Zobl endgültig dem direkten Stempelschnitt zuwandte, dominieren wuchernde, utopisch-phantastische Strukturen, die stilistisch einer damals durchaus aktuellen Spielart des Spätsurrealismus zuzuordnen sind. Er entwickelte bizarre, den Medaillenkreis bedeckende Gespinste und Mikrowelten, die vorerst einem Horror vacui huldigten. 1972 entstand die Idee, eine Medaille zu prägen, deren Wert sich vor allem aus ästhetischen und humanitären Prinzipien ergeben sollte: Zobl wollte mit seinem „Welttaler“ auf eine neue, bessere Welt hinweisen, auf eine harmonische Ordnung, in deren Zentrum der Mensch als Vermittler zwischen dem Real-Materialistischen und dem Geistig-Metaphysischen steht. Die Vision vom „Welttaler“ hat Zobl nie aufgegeben. 2000 erschien – stets unter Beibehaltung der Vorderseite von 1972 – bereits die neunte Version dieser Prägung.

Ab 1974 begann sich Helmut Zobls Stil grundlegend zu wandeln. In den Folgen „Wegwerfmensch“ und „Mensch und Gegenmensch“ reduziert sich das Gespinst der kleinteiligen Formen, anatomisch korrekt wiedergegebene Figuren dominieren nun innerhalb des Prägekreises, agieren als Marionetten ihres Schicksals, und die Zitate aus Kunst und Geschichte beweisen einmal mehr, dass kein ernsthafter Künstler ohne Tradition auszukommen vermag. Es lag nahe, daß sich Zobl immer wieder an der antiken Münzkunst orientierte. Sowohl in handwerklicher Hinsicht als auch in der Bewältigung des begrenzten, kleinen Formates wurden ihm vor allem die griechischen Prägungen Vorbild und Maßstab. Hier lernte Zobl, dass Monumentalität nichts mit dem Durchmesser eines Medaillenkreises zu tun hat, und in der Tat behaupten sich hinsichtlich Ausgewogenheit und Gültigkeit der Proportionen auch seine Arbeiten gerade bei vielfacher fotografischer Vergrößerung.

Ein christlich-humanistisches Weltbild, das den Menschen mit all seinen Empfindungen, seinen Hoffnungen und Ängsten in seinem Zentrum sieht, hat Zobl durch alle Jahre beibehalten, und die Inhalte seiner Kunst erschließen sich wohl nur dem, der sich diesen Prinzipien verbunden fühlt. Einzelne Menschen, in Liebe oder Konflikt verharrende Paare, Menschenmengen, bisweilen in streng komponierter Symmetrie, oft in geradezu ornamentaler Anordnung, bevölkern Zobls Kreise. Seine Figuren agieren für und gegeneinander und vermitteln durch Gestik und Körperhaltung immer wieder Botschaften oder zumindest Informationen über ihre mentale Befindlichkeit. Zobl sieht seine Akteure und damit auch sich selbst als Teile eines unendlichen, von Weisheit und Güte bestimmten kosmischen Systems, das stets in Wandlung begriffen ist und letztendlich unerklärbar bleibt.

Gewiss, der Vorwurf der Esoterik mag nunmehr im Raume stehen, doch Zobls Kunst bietet keine Heilslehren an, sondern eher Denkanstöße in der Form von Miniatur-Allegorien. Dennoch blieb Zobl stets der Realität und damit auch den konkreten Aufgaben einer zeitgemäßen Münzkunst verbunden. Zahlreiche Münzentwürfe stammen von seiner Hand, in Österreich wurden immerhin fünf Nominalwerte geprägt, und sein 20-Schilling-Stück mit den schlanken Symbol-Figürchen der Bundesländer ist das wohl am weitesten verbreitete und dennoch unbekannteste Kunst-Multiple in Österreich. Natürlich entstanden auch Erinnerungsmedaillen und –plaketten für private und öffentliche Auftraggeber. Zobl ist sich und seiner Formensprache auch dabei stets treu geblieben.

Schon zu Beginn seiner künstlerischen Tätigkeit entstanden größere Bildhauerarbeiten, Malerei und Zeichnung haben Zobls Werk stets ergänzt. In den beiden letzten Jahrzehnten gewannen die Malerei und ein höchst eigenwilliges Papier-Prägeverfahren an Bedeutung. Auch in den Zeichnungen und Aquarellen agieren schlanke, überlange Menschen, oft seelenartige Schattenwesen von transluzider Konsistenz. Anleihen bei der Kunst der alten Ägypter, besonders bei deren Jenseitsvorstellungen, verarbeitet Zobl genau so wie Motive aus der art brut und solche von deren Altmeister Jean Dubuffet.
Das erwähnte Papier-Prägeverfahren entwickelte Zobl, indem er in massive Vierkanthölzer seine überlangen menschlichen Figuren, diesmal in tatsächlich monumentaler, negativer Form hinein schnitzte. Im Prinzip entstanden dabei lange, schmale Prägestöcke mit tiefem Relief, die in der Folge auf nasses, extrem dickes, handgeschöpftes Papier gepresst wurden. Der harte Prägevorgang, wie ihn Metall erfordert, wurde hier mit weichen Materialien realisiert. Das Ergebnis sind – nach dem Trocknen - großformatige Papierreliefs, die bei Bedarf auch noch bemalt werden können.

Seit mehr als 30 Jahren geht Helmut Zobl unbeirrt seinen Weg. In Österreich ist er Instanz und Institution der Medailleurkunst, einer Kunst, die an qualitätvollen Vertretern noch rarer werden wird, da sie in den letzten Jahren fast unbemerkt aus dem Lehrangebot der Wiener Kunstakademien verschwunden ist.

Mit Millionen von Hammerschlägen hat Helmut Zobl weit über 1000 Prägestöcke geschaffen und damit einem Medium, dem seit der Antike hohe künstlerische Relevanz zukam, auch in der ausklingenden Moderne einen Weg gewiesen. Die infolge der Hammerschläge auf Metall entstehenden Hochfrequenzschwingungen haben tragischerweise im Laufe der Jahre Zobls Hörvermögen schwer beeinträchtigt. Dennoch ist er Philanthrop und Optimist geblieben, der versucht, sein umfassendes Harmonieverständnis, Gott und die Welt betreffend, mit seiner Kunst zu vermitteln.

Wolfgang Hilger, Dr. phil., geb. 1943 in Wien, Studium von Geschichte, Kunstgeschichte und Germanistik an der Universität Wien, Absolvent des Instituts für österr. Geschichtsforschung. 1969-78 Assistent an der Historischen Kommission der Österr. Akademie der Wissenschaften, 1978-85 Kunstreferent der Kulturabteilung der Niederösterr. Landesregierung, seit 1985 Kunstreferent der Kulturabteilung der Stadt Wien (bis 2003). Lehraufträge an den Universitäten Wien und München sowie an der Akademie der bildenden Künste in Wien.

 

Schrifttum (Auswahl)


Katalog 1998 -2002

1998
Portrait eines Medailleurs, in: Money Trend, n. 1/ 98, S. 23
Hubert Emmerig, Helmut Zobl, Prägungen, Kat. 1994-1998,
in: Geldgeschichtliche Nachrichten, n. 186, Jg. 33, S. 238
Adolf Scharf, Menschen sind Prägungen, in: Pongauer Nachrichten, 9. April, S. 8
Medaille 150 Jahre Bundesgendarmerie in Österreich, in: Geldgeschichtliche Nachrichten n. 185/ 5, S. 156
Dorotheum Wien, 487. Auktion, 30.3. 98, Nr. 518, Lot 32, Wien, alle Bezirke, Wander-Medaillen, vergoldet, S. 22-23
Karl Schulz, Austria, in: FIDEM 1998, Leiden, NL, Modern Art Medals,
A Retrospektive, S. 54, S. 61

1999
Rainer Grund, VIRTUTE PARATA, Zwei Medaillen zum 40-jährigen Dienstjubiläum von Dr. Arnold, in: Dresdner Kunstblätter, n. 3/ 99, S. 103
Ernestine Hutter, Das wachsame Auge in der schützenden Hand,
in: Zwischen Gefahr und Berufung, Gendarmerie in Österreich, Fritz Hörmann/ Gerald Hesztera. Museumsverein Werfen BM f. Inneres, S. 644
Vertreten in der Publikation des Sonderdruckes des Germanischen Nationalmuseums, 1999 (Ankäufe: Medaille Himmel und Erde, 94/ Euro-Münzen-Serie, 1997)
Rainer Grund, 40-jähriges Dienstjubiläum von Dr. Paul Arnold, in: Geldgeschichtliche Nachrichten n. 191, S. 169
Rainer Grund, Zwei Medaillen zum 40-jährigen Dienstjubiläum von Dr. P. Arnold,
in: Geldg. Nachrichten n. 192, S. 237
aus. Ausstellung mit Werken Helmut Zobls im Medaillen-Museum in Waldaschaff,
in: FAZ, n. 123, S. 59
Melanie Pollinger, Eine Botschaft voll Symbolsprache an die Menschen, Ausstellung in Waldaschaff, Main-Echo, Mai
Mischa Hollaus, Die Kupferbergbaugeschichte im Schaubergwerk Hochfeld, Pinzgauer Bezirkszeitung, n. 26, S. 2 u. 3
Andrea Luegmayr, Helmut Zobl-Ausstellung im Deutschen Medaillen-Museum, in: Money Trend n. 7-8, S. 13
Franz Becke, Laudatio, Gratulation, Herr Professor!, in: Pinzgauer Post, n. 47, S. 6
Claudia Aigner, Ausgezogene Österreicher, Atelierausstellung, in: Wiener Zeitung, 26./ 27. November

2000
Regina Bretterbauer, Festschrift , Zukunft der Schule der Zukunft, BRG/WRG Feldg., Titelseite und Medaille S. 33-36
Gerhard Niedermayr, Kupfermedaille Kupferbergbau Hochfeld, in: Mineralien-Welt, n. 5, S. 3
Harald Dengg, Es war eine schöne Zeit, in Salzburger Volkskultur, 24. Jg., April, S.12
Gerhard Graber, Tontechnik und interdisziplinäres Sinnen, Abbildungen am Buch deckel vorne innen und hinten innen, „Ankunft und Weg des Regenbogenkindes“, Aquarelle, Abb. S. 235, 264-266, 318, Verlag Peter Lang
Karl Schulz, Österreich. Helmut Zobl, in: FIDEM 2000, Katalog Weimar 2000, Ausstellung im Goetheanum, S. 236-240
Joseph Rain, Zobls Prägungen, in: NÖN, St. Pöltner, n. 42,

2001
Rainer Grund, Helmut Zobl, Prägungen und Bilder, in: Money Trend n. 6, S. 15
Andrea Wolf, „Kunst und Heilkunst- Die Kraft jenseits des Messbaren mit der Abbildung des Bildes „Weg“, 1989 in: Medical Tribune, 33. Jg. n. 27, S. 19
Ingrid S. Weber, Katalog H. Zobl, Ein zeitgenössischer Medailleur, Staatliche Kunst sammlungen Dresden, Münzkabinett, in: Geldgeschichtliche Nachr. n. 204, S219
Rainer Grund, 60 und Dresden 2001. Ein Werk des berühmten Wr. Medailleurs
H. Zobl, in: Sachsenbummel, n. 32, S. 41
Martin Heidemann, H. Zobl, Prägungen und Bilder, Münzkabinett Dresden, Katalogbesprechung, in: GNN/ n. 10, S. 413
Ursula Fuchs-Materny, Große Kunst im kleinsten Format, in: Dresdner Neueste Nachrichten, 11. Jg., n. 224, S. 14
Helmut Zobl, ...es klappert die Mühle am rauschenden Bach...,
in: Wie soll sich der Pinzgau im Spannungsfeld der Globalisierung positionieren, Alpress 2001, Paul Empl, Pinzgauer Post, S. 72
Günther Dembski, Gedenkmedaille auf Dr. Karl Schulz, in Mitteilungen d. Österr. Numismatischen. Gesellschaft, Band 41, n. 3, S. 67
Wilhelm Hollstein, 60 und Dresden, Geldgechichtliche Nachrichten, n 10/01

2002
Ulf Dräger, H. Zobl, Prägungen und Bilder, Katalogbesprechung, in: Dresdner Kunstblätter, Jg. 46/ n. 2
Helmut Zobl, In the circle of culture of the first second and its duration, in: Medailles 2001, S. 129-13. Vortrag bei FIDEM Weimar 2000, Zeitschrift zur Ausstellung, Redaktion Dr. Illka Voionmaa, Helsinki.
Günther Dembski, Jurysitzungen für Gedenkmünzen der 2. Republik,
in: Vom Schilling zum Euro, Oesterreichische Nationalbank / Kunsthistorisches Museum, S. 75, Abb. S.74
Helmut Zobl, Abb. Medaille HR Karl Schulz, Av-Rv,
in: Medals, News, Austria, n 40, S. 91


Katalog 2002-2006

2002
Hubert Emmerig, Katalogbesprechung, Ein zeitgenössischer Wiener Medailleur, Ausstellung des Münzkabinetts der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden 2001,
in: Mitteilungen der Österreichischen Numismatischen Gesellschaft, Band 42/
Nr. 1, 2002, S. 23
Jubiläumsmedaille 2002 des Niedersächsischen Landesmuseums Hannover,
in: Geldgeschichtliche Nachrichten, 210, S. 253
2003 Reinhold Jordan, Mittelalter. Die Schweinfurter Kunstmedaille 2003,
in: Numismatische Gesellschaft Schweinfurt, Sonderheft Nr. 37)
Ausstellungskatalog GENIUS LOCI, Linde Waber, Künstlerhaus Wien
Helmut Zobl, in: Beppo Mauhart, Bilderwelten-Aussichten- Ansichten. Text und Foto-Beitrag für das Buch zum 70. Geburtstag. S. 69. Herausgegeben von Manfred Wagner, Verlag Multiart, Wien.
Heinz Winter, Die moderne Medaille in Österreich - Ferdinand Welz und seine Schule, in: Mitteilungen der Österreichische Numismatische Gesellschaft, Band 43, Nr. 4, S. 181
Andreas Bredenfeld, Münzwettbewerb Erweiterung der Europäischen Union, in: Gesamtprotokoll, Sept.

2003
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, S. 15, S. 40
Hubert Emmerig, Ausstellung zu Edwin Grienauer, Institut für Numismatik,
in: Münzen Revue, 5/ 2003, S. 28
A. Wetter, 10 Euro-Stück 2004 von Deutschland auf die Erweiterung der Europäischen Union, in: Münzen Revue 11/2003, S. 22

2004
Wettbewerbsergebnisse Erweiterung der Europ. Union,
10 Euro, in: geldgesch. Nachrichten 2004, GN 216, S, 24
Übersicht der Werke und Arbeiten Helmut Zobls, in :Geldgeschichtliche Nachrichten 216, S. 24,
Ergebnisse des Wettbewerbs für 10 Euro, Erweiterung der Europäischen Union, Berlin, 4. Preis.
Martin Heidemann, in: Bibliographie zur Medaillenkunde, Schrifttum Deutschlands und Österreichs, 1990 bis 2003, Gitta-Kastner-Stiftung in der Numismatischen Kommission, Deutsche Gesellschaft für Medaillenkunst, 2004, 1802-1805
Rainer Grund, Der Medaillenzyklus „Arzt und Patient (Patient und Arzt) rundum“, 2003, in: Ärzteblatt Sachsen, 6/ 2004, S. 313
Heinz Winter, The modern medal in Ausria, Art medaol World congress, FIDEM XXIX 2004, Seixal, Portugal, S. 73
12. OeAV-Nationalpark-Patentreffen, in: Pinzgauer Post, Aus den Gemeinden, S. 7
Franz Brinek, Über Kunst und Natur, zur Ausstellung Prägungen und Bilder,
in: Pinzgauer Nachrichten, S. 21
(LK), Zwei Sonderausstellungen im Gemeindehaus Krimml, in: NaturLandSalzburg, Heft 4-2004. S.47
Helmut Zobl, Text zum Wettbewerb, in: Festschrift BHAK Korneuburg, HR Dir. Mag. Michael Messner, S. 21
Kreative Kooperation ..., in: Das Spiel ist das Ernste. Ein Jahrhundert Fußball in Österreich, S. 287, 3 Abb., Herausgeber Beppo Mauhart

2005
Gerd Dethlefs und Wolfgang Steguweit, in GeldKunstKunst-Geld, Deutsche Gedenk-münzen seit 1949, Gestaltung und Gestalter.
Ausstellungseröffnung im Freilichtmuseum Gerersdorf, Bgld.,
Gerd Volker Weege, Webway, in: Bürgermeisterzeitung, 14.3. 2005
Roland Kissling, Besuch bei Prof. Helmut Zobl, Internet, (Aktivitäten)Weltmenschverein,
Ausstellungsbeteiligungen in Stolberg (Harz), Museum Alte Münze, “Münztechnik auf Münzen und Medaillen” (Leihgaben der Sammlung Peterhänsel); Museum Suhl “Glanzlichter der Prägekunst” (Kurator Ulf Dräger, Halle).
Helmut Zobl, Erinnerungen an Robert Göbl, in: Vindobona Docet, Festschrift
“40 Jahre Institut für Numismatik und Geldgeschichte der Universität Wien”, S. 33

2006
Rainer Grund, Zyklus Arzt und Patient..,.in: Numismatisches Nachrichten-Blatt, 4/2006?
Andrea Stock, Ulf Dräger, in: Die Kunstmedaille in Deutschland, 2006; Deutsche Gesellschaft für Medaillenkunst, Bd.
Ulf Dräger, Erster Deutscher Medailleurpreis (Top ten), in: NNB, Report, 2/06, S. 1-3

Katalogpräsentation 2006, Stempelsaal der Münze Österreich.

Dietmar Spranz


BEGRÜSSUNGSADRESSE
anlässlich der Katalogpräsentation
Prof. HELMUT ZOBL
im historischen Stempelsaal der Münze Österreich
am Dienstag, 19. September 2006, um 18 Uhr 30

Das Interesse an dieser Katalogpräsentation ist offenkundig gewaltig. Kaum bei irgendeiner anderen Präsentationseinladung haben wir eine derart hohe Rücklaufquote festgestellt wie diesmal.

Ich deute das Gedränge, das diesen Saal nahe an die Grenze des baupolizeilich Zulässigen belastet, als ein Zeichen dafür, dass dieser achte Katalog seit 1977 von einem interessierten (Stamm-) Publikum tatsächlich schon mit Spannung erwartet wird.

Umso mehr freue ich mich, Sie, Herr Professor Zobl, und Sie alle, meine sehr geehrten Damen und Herren, erstmals hier im Hause und - was könnte zum Anlass denn besser passen - erstmals in unserem historischen Stempelsaal zu dieser Zobl-Katalogpräsentation begrüßen zu dürfen.

Bis vor kurzem war hier ja jene Sammlung von Münzstempeln untergebracht, die das österreichische Hauptmünzamt und seit 1989 die Münze Österreich AG dem Münzkabinett des Kunsthistorischen Museums zur Dokumentation und weiteren Verwaltung übertragen haben und die wir auch heute noch regelmäßig durch Überlassung von Prägestempeln ergänzen müssen. Es war sozusagen „exterritoriales Gebiet“ unter der Hoheit von Univ. Prof. Dr. Günther Dembski, den ich hier auch ganz besonders herzlich begrüßen möchte. Wir haben ihm inzwischen für diese Sammlung andere Räumlichkeiten im Hause (im Erdgeschoss auf gewachsenem Boden, wo das Gewicht der Münzstempel weniger Probleme schafft) zur Verfügung gestellt und können diesen Saal nun, nachdem er viele Jahrzehnte hindurch eben für eine hohe Deckenbelastung „getestet“ worden ist, auch für unsere Veranstaltungen nutzen.

Professor Zobl ist in der Münze Österreich und auch in der Stempelsammlung des Kunsthistorischen Museums mit einer Vielzahl von exzellenten Beispielen moderner Numismatik sehr prominent vertreten:

Da ist einmal die berühmte 20 Schilling-Münze aus dem Jahr 1980 mit den die 9 Bundesländer symbolisierenden Figuren. Über 10 Millionen Stück sind davon geprägt worden und nach groben Schätzungen ist davon noch etwa die Hälfte „im Umlauf“. Wir rechnen nicht damit, dass noch viele davon an uns zurückfließen werden. 4 Millionen Stück bleiben also der Nachwelt erhalten, wo immer sie vielleicht irgendwann gefunden werden,

Mit Medaillen kommt natürlich auch ein sehr erfolgreicher Künstler bei weitem nicht an solche Stückzahlen heran. Wie produktiv Helmut Zobl ist, lässt sich aber daran ablesen, dass er, der 1957 seinen ersten Stahlschnitt hergestellt hat, fünfzig Jahre später - das runde Jubiläum steht noch bevor -, dass er 2006 also, bei Werknummer 1186 hält. Zählbeginn war allerdings erst 1969. In 37 Jahren sind also durchschnittlich 32 Stempel pro Jahr entstanden und daraus Prägungen unterschiedlicher Auflagenhöhe, viele davon auf selbst gefertigten Schrötlingen. Seine Stempel sind, was man heutzutage nur mehr selten antrifft, manuell negativ geschnitten. In Böhler Edelstahl mit einem Durchmesser zwischen 25 und 100 mm.

Wenn ich annehme, dass so ein Stempel im Durchschnitt etwas mehr als 5 cm Höhe aufweist, dann ergibt das seit 1969 pro Jahr jedenfalls mehr als 1 1/2 m Stahl und im gesamten Zeitraum von 37 Jahren deutlich mehr als 50 m - vielleicht nicht allzu viel für Böhler, aber beachtlich viel für einen einzigen Künstler.

Professor Zobl hat mir einmal erzählt, dass er bei seiner Arbeit pro Minute bis zu 100 Hammerschläge anbringt. Durchschnittlich 5 Stunden Nettoarbeitszeit an einem Stempel bedeuten also 30.000 Schläge. Das ist allein schon ganz eindrucksvoll, aber zurückkommend auf die im Werkverzeichnis aufscheinenden Stücke bedeutet das bei über 1100 Stempeln etwa 33 Millionen Hammerschläge seit 1969, die leider auch nicht ohne negative Auswirkungen auf Prof. Zobls Hörvermögen geblieben sind - aber vielleicht will er auch von den Dingen, die so täglich gesagt werden, manches gar nicht hören.

Ich habe bisher von Münzen und Medaillen gesprochen, und bin, obwohl mir das auch durchaus reizvoll erscheinen würde, bewusst nicht auf die künstlerischen Gestaltungsschwerpunkte eingegangen, weil ich das meinen dazu mehr berufenen Nachrednern überlassen möchte. Gestatten Sie mir aber doch dazu zwei kurze Bemerkungen:

Erstens: Gerade mit seinen Katalogen erinnert uns Prof. Zobl doch immer wieder daran, dass er auch Maler ist. Wobei er in seinen Bildern häufig auch in sehr interessanter Weise aus der Zweidimensionalität ausbricht ins Plastische, Reliefartige. Und auch ausbricht von der naturgemäß sehr limitierten Größe der Prägungen ins Großflächige.

Zweitens: Wo immer und in welcher Technik immer wir dem künstlerischen Schaffen von Prof. Zobl begegnen, im Mittelpunkt seiner Werke steht der Mensch, man könnte auch sagen der Mensch in seinem Umfeld, seinem Raum, auch in der Welt - ich erinnere nur an den „Welt-Taler“ - der Mensch auch im Kosmos.

Wie gesagt, ich überlasse die Würdigung dieser künstlerischen Dimension gerne anderen, beginnend mit Herrn Univ. Prof. Dr. Dembski, den ich hiermit ans Rednerpult bitten möchte.

Mir bleibt damit nur, Ihnen allen nochmals Danke zu sagen für Ihr Kommen, dem Katalog eine gute Aufnahme im p.t. Publikum und Herrn Prof. Helmut Zobl sehr viel Erfolg in seinem weiteren künstlerischen Wirken zu wünschen. Und uns allen natürlich einen angenehmen, anregenden Abend.


Günther Dembski, Münzkabinett Wien


Sehr geehrter Herr Professor Zobl, lieber Freund Helmut
Wie leicht wäre es, Dich vorzustellen – soweit das in diesem Kreis überhaupt noch möglich ist – wenn Du ein „normaler“ Mensch wärst, wie es Manager, oder Beamte – wie etwa ich – zu sein glauben. Du bist leider oder vielmehr gottseidank ein Künstler und selbst in dieser besonderen Spezies ein ganz spezieller, ein in seiner tiefen Ruhe immerfort Unruhiger, der alles genau wissen will, hinterfrägt und in seinen Werken umsetzt, – doch darauf komme ich noch zu sprechen.
Zunächst das Amtliche:
Geboren wurde Helmut am 6. Mai 1941 in Schwarzach St. Veit, aufgewachsen ist er in Krimml im salzburgischen Pinzgau. 1960 hat es ihn dorthin verschlagen, wo er bis heute noch ist – nach Wien, wo er bis zum Jahre 1965 bei den Professoren Ferdinand Welz und Herbert Boeckl studiert hat. 1967 –1970 war er in der Meisterschule für Medaillenkunst Assistent von Prof. Ferdinand Welz und wurde Mitglied der Wiener Secession. Damals sind wir uns zum ersten Mal begegnet – nicht ganz konfliktfrei, denn ich war noch gezeichnet von der universitären Antiken Numismatik allein, noch weit weg von der Moderne. Du, lieber Helmut, hast sie schon damals mit ganzem Herzen vertreten. Durch viele Gespräche und Diskussionen sind wir uns dann sehr einig geworden und ich habe gemerkt, dass Du mit Deinen Medaillen- und Stempelschnitten eigentlich ein grandioser Vertreter einer antiken Technik bist, die mehr und mehr in Vergessenheit gerät.
1972 konntest Du den ersten Zobl Welttaler präsentieren; inzwischen sind es schon zehn geworden – und noch immer werden die Automaten nicht nach ihnen ausgerichtet!
Dass Zobls Kunstwerke in den Händen aller Österreicher und auch vieler Nichtösterreicher war und ist, geht auf seine Gestaltung einiger Schillingmünzen in den Jahren 1974 – 1980 zurück. In wenige, dafür aber sehr berühmte Hände gelangten andere Arbeiten von ihm: die Joseph A. Schumpeterpreise, die um nur wenige zu nennen, vom Wiener Bürgermeister Dr. Häupl an Helmut Kohl, Ted Turner, Jorma K. Ollila u.a. überreicht wurden.
1993 hat Helmut Zobl den ersten Preis bei der sehr anspruchsvollen Medaillenquadriennale in Kremnica erhalten und 1999 schlug für ihn die besondere Stunde: der Bundespräsident verlieh ihm den Titel eines Professors, der in diesem Falle mehr als nur ein Zusatzwort zu einem schönen Namen ist. Die Ernennung war eine Anerkennung der wegbereitenden Werke des Künstlers durch die Republik Österreich – jawohl und mit der Gratulation, Herr Professor Helmut Zobl auch ein Dankeschön.
Mitunter sind solche Verleihungen für viele der Höhepunkt, von dem aus es eigentlich bergab gehen kann. Nicht so bei Zobl: sein Streben und Suchen, sein in sich Aufsaugen von Gefühlen und Motiven lassen ihn noch immer rastlos sein. Seine Neugier treibt ihn in andere Gebiete, man möchte fast sagen, er geht fremd, wenn man seine nichtnumismatischen Arbeiten bewundert. Aber er bleibt es auch bei seinen eigentlich fast immer dreidimensionalen Farbdarstellungen, wie die Büttenreliefobjekte, Holzschnitte und Skulpturen beweisen. Grafiken, Zeichnungen, Bilder Aquarelle und Glasfensterentwürfe – all das beherrscht Helmut souverän, braucht nicht nachzuahmen sondern greift in sich und nach dem Vollen.
Lieber Helmut, du wärst nicht der Zobl, wenn Du nicht auch nach Deiner schweren Erkrankung im Mai 2003, die glücklicherweise durch eine Operation beseitigt werden konnte, mit einer Medaillenserie darüber „Arzt und Patient (Patient und Arzt) rundum“ wieder ganz zu Dir selbst gefunden hättest, die Nachbehandlung quasi in Medaillenform erarbeitet und durchlebt hast. Ich hatte das Glück, Dich schon einige Male in Deiner Werkstatt besuchen zu dürfen, die an die feuerlose Schmiede des Vulkan erinnert- überall Werke, Metalle, stets bei der Arbeit, ständig Ideen, Entwürfe, Interpretationen. Wie sehr Du tätig bist, hat ja schon Generaldirektor Spranz dargelegt – und hast Du in Deinem nun achten Band Deiner Werkedokumentation – der erste erschien 1977 – wiederum bewiesen. Dass Deine Werke anerkannt, geliebt und verstanden werden, beweisen nicht nur die Beiträge Deiner begeisterten Freunde und Fachkollegen in Deinen Bänden, sondern auch zahlreiche Ausstellungen Deiner Werke, von denen ich nur eine, nämlich die im Münzkabinett in Dresden, die im Jahre 2001 anlässlich Deines 60igers stattgefunden hatte, erwähnen darf.
Auch heute zeigst Du in zwei Vitrinen Werke von Dir, Arbeiten, die in den letzten fünf Jahren in Deiner mittlerweile beinahe einzigartigen Technik entstanden sind, echte Zobls – unter Schonung der Tierwelt.
Sie sind eingeladen, diese wunderschönen auch zumeist mit Zobelscher Eigenkraft geprägten Kostbarkeiten anzusehen und haben sogar die Möglichkeit, beim originalen Zobl das eine oder andere Werk zu erwerben bzw. zu bestellen. Das ist ein weiterer Punkt, in dem ich Dich bewundere, lieber Helmut: Du hast es zustande gebracht, selbst in für Dich nicht immer leichten finanziellen Zeiten, Deinen Weg, den Du einmal eingeschlagen hast, konsequent weiterzugehen und dabei oft verzichtet, durch Gefälligkeiten und Verleugnung der Kunst ein üppigeres Leben zu genießen. Lieber Helmut, da ich überzeugt bin, dass Du Dich auch hinfort nicht ändern wirst und lässt, fällt es mir leicht, Dich zum Schluss zu bitten: bleib so wie Du bist und danke für all Deine Werke!

 

Rainer Grund, Münzkabinett Dresden
Grußwort zur Katalogpräsentation

Lieber Helmut ! Sehr geehrte, liebe Freunde der Kunstschöpfungen von Helmut Zobl !
Die persönliche Widmung auf der Titelinnenseite eines Katalogexemplars zur Personalausstellung im Albertinum in Dresden beendete Helmut Zobl mit folgenden Worten: „Es gibt noch viel zu tun, es hat sich noch viel nicht entrollt und entwickelt…“. Die Äußerung bezog sich auf eine schnell daneben skizzierte Spirallinie mit nach unten gezogenem Ende. Zu Papier gebracht wurde dies alles am 27. Mai 2001 – vor über fünf Jahren.
Wäre der Satz eine Maxime für viele Menschen, sähe es auf dieser Welt wohl um einiges besser aus. Doch scheint er wenigstens Richtschnur für eine wissende und zugleich handelnde Minderheit zu sein, ist doch der Schritt von der Erkenntnis zum Tun bekanntlich der schwierigste. Helmut Zobl gehört zu den Menschen, die nach meiner Einschätzung am konsequentesten gemäß dieser Maxime wirken. Unerschöpflich bringt sein Ideenvorrat neue Gestaltungen im metallenen Rund und auch auf Papier hervor, wobei der Mensch in seinem Bezug zum Mitmenschen und zum Kosmos immer wieder im Mittelpunkt steht. Der Künstler entwickelt fortgesetzt Zyklen, und innerhalb eines Zyklus kann man mit Spannung die Entwicklung der Formensprache und des zugrunde liegenden geistigen Gehalts verfolgen.
Dass es Helmut Zobl dabei dem Betrachter (und sich selbst) nicht leicht macht, ist in der Vergangenheit bereits mehrfach geäußert worden. Bringt man jedoch die Mühe und den Willen auf, sich der Welt des Künstlers anzunähern, wird man eine stetige Bereicherung erfahren. Als Stützen auf dem Weg zur Erschließung des Werks bietet der Autor Textkommentare, die - meist knapp und formelhaft - die Kernaussage enthalten. So gesehen ergänzen sich in vielen Fällen Bild und Wort zu einer Einheit, wie sie ausgereifter nicht dargestellt werden könnte.
Als Krönung seines Schaffens dokumentiert Helmut Zobl sein Œuvre seit Jahrzehnten selbst. So fließt in einer Person Schöpfer und Bewahrer (Konservator) zusammen. Der achte und damit neueste Band über die „Prägungen 2002-2006“ liegt nun fertig „entwickelt“ vor. Ich gratuliere ganz herzlich zum Gelingen des Opus, mit dem ein neuer Mosaikstein am Schaffensgebäude des Künstlers strahlt. Zwischen dem Münzkabinett Dresden und Helmut Zobl besteht nun schon eine vieljährige fruchtbare Verbindung, die auch in diesem Buchprojekt ihren Ausdruck findet. Um noch einmal das alte und in vielen Kulturen verbreitete graphische Symbol der Spirale aufzugreifen: Als dynamisches System wird sich diese im Zoblschen Sinne weiter „ent-wickeln“ und damit auch in Zukunft Überraschungen auf dem Weg des langsamen Selbst-Erkennens bereithalten.
Ich wünsche der Veranstaltung heute Abend einen schönen Erfolg ! Möge auch dieser Katalogband Anklang beim Publikum und viele interessierte Leser finden. In Gedanken zu dieser Stunde in Wien weilend, verbleibt mit den besten Grüßen von der Elbe an die Donau

Rainer Grund

(Das Grußwort las mein Sohn Ingmar)



Lesung von Manfred Chobot,
Texte aus dem Katalog:

Lieber Helmut,

wann werden die Banken – wem auch immer sie gehören mögen –, endlich die Einheit „Ein Zobl” auf den Wechselbörsen zulassen? An der Zeit wäre es längst. Sie werden bereuen, wenn es zu spät ist. (Fressen den Letzten wirklich immer die Hunde?) Wie mickrig ist der Euro gegenüber dem Zobl. Ich vermute, Deine Entwürfe in Sachen Euro waren zu anspruchsvoll, zu künstlerisch, zu wenig konservativ für das Gespür der Dumpfen. (Nichts Hören, nichts Sehen, nichts Reden. – Genauso nichts Spüren und nichts Riechen. Nicht einmal den Braten. – Definitiv existieren mehr als nur diese drei Affen. Keine Ahnung, warum diese intelligenten Tiere paradigmatisch von Menschen als Synonym für andere Menschen missbraucht werden. Ist mir schleierhaft. Doch ich mag mich nicht in zoologische Anomalien versteigen.)
Wie kann man einem Künstler, einer Ausnahme-Erscheinung, wie Du es bist, gerecht werden? Einem, der seinen eigenen Weg geht, abseits ausgetretener Pfade? (Klingt pathetisch oder kitschig, ist aber eine Tatsache.) Du hast einen Mozart-Taler1 und eine Mozart-Münze2 ent-worfen – und wer wird dereinst zum soundsovielten Geburts- oder Todestag eine Zobl-Münze gestalten? (Wer wird das Handwerk dann noch beherrschen, wenn der Nachwuchs ausgestorben sein wird? Vielleicht ein chinesischer Graveur? Inzwischen sperren sie Ausbildungsstätten zu, kosten doch Geld, das nicht einmal ihr eigenes ist. Statt der Füße vertreten sie Interessen – an denen sie beteiligt sind. In barer Münze. – Aber nein, ich meine doch nicht nur den Herrn Minister, der seinem Arbeitgeber, sollte er einmal nicht mehr Minister sein, Staatsvermögen verscherbelt. Münzen klingen bloß, wenn man die Rohlinge bearbeitet, was Du seit Jahrzehnten machst. Die hochfrequenten Töne der Hammerschläge greifen ihr Gehör nicht an, sie rühren keinen Finger. Und sie vergreifen sich auch nicht. Sagen sie. Weil ihnen die Ehrlichkeit ins Gesicht geschnitten ist.) Du schneidest die Formen – und die Form ist der Geist. Oder Hirnschmalz. Kreativität, die sich im Rund gekonnt zurechtfindet. Deine Multiples existieren in hoher Auflage. In der Kunstwelt sieht man Multiples als großartige Werke schöpferischen Geistes. Sind sie ein bisschen kleiner, werden die Kunstexperten sogleich irritiert, und es verschlägt ihnen die Sprache. (Ob das vom Echo der Hammerschläge herrührt, die Du für Deine Arbeiten aufgewendet hast?)
Was ist eine Münze gegen ein Monumental-Gemälde, denken manche Dumpfe. Deine Werke sind nicht nur mit der Lupe erkennbar, sondern sie sind tatsächlich monumental. Auf die Maße kommt es nicht an. Wie viele haben sich vermessen, nicht nur Handwerker, auch Politiker, weil sie oftmals vermessen sind. (Ich will den Platz nicht weiter mit wohlbekannten Mitgliedern aus Politik und Wirtschaft vergeuden. Diese Hirn-Handwerker, die ihr Handwerk nicht verstehen oder in andere Hände arbeiten, die schon mal ihre eigenen sein können.) Althergebrachtes Handwerk, wie Du es pflegst, verschwindet leicht im Zeitalter der Riesigen in geöffneten Händen. (Sind da etwa gar ein paar Münzen im Spiel? Oder Scheine, die den Schein trügen?) Wobei diese Spieler nicht die Erhebungen Deiner Münzen zu spüren vermögen, weil ihr Vermögen ein anderes ist oder sonst wo angelegt wurde. Und manches vermögen sie sich nicht vorzustellen, indem sie ihr Vermögen auf die große oder kleine Seite schaffen. Wenigstens das schaffen sie. Von Erschaffen keine Spur. Du erschaffst Dir Dein eigenes Universum. Und es ist beeindruckend. Du schaffst es, Deine Kreativität auf ein minimales Format zu fokussieren, Konzentration umzusetzen und zu verdichten. Dein Werkzeug prägt die Form – Prägungen prägen die Menschen. Alle sind wir geprägt durch Herkunft, Erziehung, Intellekt, Emotionen. Du bist geprägt von einer Phantasie, die allemal den Menschen ins Zentrum rückt.
Einmal hast Du mir zwei Münzen geschenkt, als wir einander zufällig auf der Straße begegnet sind. Ich habe sie lange in meinem Hosensack getragen, immer wieder damit gespielt, sie begriffen. Wenn mich jemand beobachtet hat, hätte er wohl denken mögen, ich würde „Taschenbillard” spielen. (War mir aber wurscht.) Um sie nicht zu verlieren, sind Deine Münzen nun in Sicherheit, denn da waren Löcher in meinem Hosensack. Jetzt habe ich eine neue Hose, und ich werde Deine beiden Münzen wieder in meinen Sack stecken, damit ich Deine Kunst wie ein Blinder ertasten kann. So eine Art von Haltegriffen, durch die Sicherheit geschaffen wird.


Als die Welt noch eine Scheibe war


Als die Welt noch eine Scheibe war
prägte sie sich in Münzen fest
ist also die Welt eine Münze
erhaben für Fingerkuppen
zum Fühlen von Oben und Unten
im Kreis des Universums
niemals quadratisch
die Quadratur des Kreises
wo der Mensch zentral erscheint
und eine Umarmung rund
in der Kleinheit empfindet sich
die Darstellung der Form
fliegen die Funken

und nichts hat sich geändert
der Klang der Hammerschläge
im Kreisrund der Welt –

 

Den Text von Fritz Weilandt las meine Tochter Simone. Fritz konnte leider auch nicht an diesem Abend dabeisein.

FRITZ WEILANDT

Was aber verbergen die Wasserfälle, der Stein und seine Kavernen, die von
der Sonne irisierte Gischt, die dem Fall abgenötigte Todeskraft? Wirr nehmen wir wahr stürzendes Wasser über den Fels aus gemessenen Höhen, die stäubende Ache, unserem Wissen verhüllender Schleier, kreisbrodelnder Kolk.
Das Liebenswerte suchst du mit steigenden Schritten und Blicken und findest geschwemmten Stein und mit fallendem Wasser getaufte Gedanken. Bald so und bald anders dröhnen die Wasser, wie du entfernt bist, wie du dich nahst, und immer zuerst fällt dein Blick auf die blendende Mitte des Falles und dann erst bemerkst du die feine Strähne, das seitlich gedrängte einvernehmlich getrennte Rieseln, das alsbald wieder verbunden im Kreise grimmiger Wellen vorschnellt, die Ache hinab. Kein Stein kann sie hindern in ihrem weiblichen Bade, zusammengefügt im Überfluss, weibisch ruhend beruhigt der Fall, während sich deine Augen immer wieder nach oben schwindeln, nach einer Sprache streben, aber dein Körper dem Zugriff von unten nicht entgeht.
Das Wasser, das klare, kann es betrüben, das Osterwasser, der Auferstandene,
das blühende junge Leben eiserstarrt? Wie war sein Blick, als die Lawine aus dem Hinterhalt der Natur seinem leichtsinnigen Mut einen Zeitpunkt setzte, letztwillig und ohne Ersatz seinen Tod bewirkte? Einspruch erhob der ebenso junge Künstler gegen den Abgang, die Löschung, und sah die Augen des Toten als die eines Neugeborenen und machte sie sehend für das Licht, schuf ihnen den leuchtenden durchsichtigen Körper, der umfängt und erlöst, Eis-Christus nennen ihn die Krimmler, am Eingang ihrer Kirche Sankt Jakobus, Kunstharz- Metamorphose des Toten im Eis der Ache.
In Gedanken an den Verunglückten, den man fand vereist in der vereisenden Ache oberhalb des Falles, und an den Eis-Christus, der zuerst als Donation evange-lischer Kaufleute in der Apsis über dem Altar zu einem bestimmten Einfall des Sonnenlichts und später über dem Eingang von Kunstlicht durchleuchtet montiert worden ist, würdest du gerne heben die Schleier. Lebendige Gedanken an einen Toten, an einen Christus ohne Kreuz aus Kunstharz den im Zickzack verlau-fenden Weg hinauf zum ersten Sturz der Ache, gemeinhin fällt dir nichts ein, was als Merkmal des Geistes das ganze Geschehen gültig verbindet, traumhaft beschaffen brechen Empfindungen ein, Hirngespinste hinterbleiben, nur die Mühsal des Anstiegs wacht über deine Sinne.
Gleicht nicht das fallende Wasser dem Schleier der Braut, der Maske des Lebens? Nichtssagendes setzt du hinzu, den Geschmack des Todes, die Furcht. Du bist ohne Schmerz, hörst das Tosen, siehst das unaus-sprechlich weiße fallende Wasser, spürst dein pochendes Herz. Was willst du verstehn? Dein Fall ist unabsehbar.

Gewidmet HELMUT ZOBL in unverbrüchlicher Freundschaft seit 1962! 

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Exponate –Liste, Vitrine 1 und 2,
Prof. Helmut Zobl

Vitrine 1
1 Münzen für Österreich, 20-, 50 – und 100-S, Tableau, 40 x 30 cm
2 Erweiterte Euro-Münzentwürfe, 1996/2000, zur Ausstellung FIDEM 2000, Weimar,
Hammerschlag-Cu-Prägungen, Tableau, 24 x 30 cm

41 Zyklus Im Schutz der Vision, 2006, 1-6, eins., Prägung Bartha, Silber

Vitrine 2
Die Prägungen über den Katalogen sind eine Auswahl „freier“ Arbeiten, darunter die Aufträge.

3 Katalog Prägungen 1974-1977
4,5 Aus Zkl. Mensch und Gegenmensch, 1975, Med. 2, Av-Rv, Bronze, Prägung HauptMünzAmt
6 Technik und Mensch, 1977, Entwurf, Av, Bronze, Auftrag TU Wien, HMA
7 Verdienstmed. Stadtamt Linz, Wissenschaft, 1977, Bronze, HMA
8 Katalog Prägungen 1977-1981
9 Wie man einen männl. u. weibl. Torso macht, Studie zur 20-S- Münze, 1979, Av, Bronze, HMA
10 Leben, 1980, Av, Bronze, Auftrag Wiener Holding, HMA
11 Katalog Prägungen 1981-1985
12 Zobl-Welttaler 5, Sieben Zeilen an die Menschen, 1982, Silber, HMA
13 200 Jahre Austria Tabak, 1984, Auftrag AT, Silber, HMA
14 Gustav-Mahler-Medaille, Auftrag AKM, HMA, Silber
15 Katalog Prägungen 1985-1989
16 Aus Zyklus EINSICHT, 1987, Med. 6 (Rv), Silber, HMA
17 Kulturmedaille d. Stadt Zell a. See, 1986, Auftrag Stadtamt Zell a. See, Silber, Av, HMA
18 Hephaistos-Medaille, 1987, Auftrag Bundesing.-Kammer, Kupfer (Beleg), HMA
19 Katalog Prägungen 1989-1993
20 Mozarttaler 91 (Mozarts Reisen…), 1991, Av, Silber, Münze Österreich
21-22 1 Zobl, Av-Rv, 1991, Silber, Hammerschlag
23 Spiel der Begeisterung…, ÖFB-Medaille, 1991, Rv, Silber, Auftrag ÖFB, MÖ
24 FIFA-Medaille, 1993, Auftrag FIFA (ÖFB), Bronze (Beleg), MÖ
25 Katalog Prägungen 1994-1998
26 Himmel und Erde, 1994, Hammerschlag Zobl, Av, Silber
27 100 Jahre Museum Francisco Carol., 1995, Linz, Auftrag, Bronze (Beleg), Av, MÖ
28 Katalog Prägungen 1998-2002
29-30 60 und Dresden (Ausstllg Albertinum), 2001, Av-Rv, Hammerschlag, Silber
31 Erhebung in der Mitte des Kegels (Dankmed.), 1999, Av, Auftr. J. Schrefel, Hammerschlag, Silber
32 Statische Seele, Rv, In mem. Dr. Schulz, 2001, Rv, Auftrag Num.. Ges. Wien, Bronze (Beleg), MÖ
33 Katalog Prägungen 2002-2006 > € 20.-<
34 Aus Zykl. Arzt u. Patient, 2003, Med. 1, Prägung Bartha, Silber
35 Bewegte Schau, Zobl Welttaler 10, 2006, Rv, Silber, MÖ, > € 125.-<
36 In der Acht…, Prägung zur Katalogpräsentation, 2006, Hammerschlag, Av, Silber, > € 165.-<
37-38 1 HPA (Hans Peter Haselsteiner), 2004, Auftrag STRABAG, Av-Rv, Silber, Prägung Bartha
39-40 Kapsch Group-Medaille, 2005, Av-Rv, Auftrag Kapsch, Prägung Souval, Belegexemplar Silber, Probeprägung (Gold 900) 


 An diesem Abend anwesende Personen laut Liste
der Anmeldungen in der Direktion und laut Liste der Portierloge in der Münze Österreich. Soweit es geht, versuche ich auch die Namen korrekt anzugeben.

Auer Anna (Fotografie)
Berger Silvia
Bolena Johanna
Brettschneider Jirsi
Chobot Manfred und Dagmar und Begleitung (D)
Dr. Cunz Reiner, Nieders.Landesmus. Hannover
Dr. Dembski Günther, Münzkabinett, KHM
Fritz Dürr, IAEO
Mag. Ellmayer Wolfgang, Patentanwalt
Dr. Hubert Emmerig und Begleitung, Numism. Institut, Wien
Eva und Friedrich Falar
Fillitz Stephan
Forster Gerhard und Begleitung (4 Pers.), ÖGUSSA
Grammatikov Elena und Begleitung (3 Pers.)
Göttfert Linde und Matthias
Mag. Grundner Michael, OENB
Dr. Hilger Wolfgang, Kunsthistoriker
Hochschorner Eva
Hula Leopold
Hofer Gertraud
Hoffmann
Hönigl Hubert und Monika (Fa. HOECO)
Hörner Herbert und Gudrun
Hörner Johann Theo, DIGITAL PROJECT
Kery Birgit
Krumpel Helmut (Maler, Graphiker)
Kuehne Roger
Kröhnke Wilhelm
Kisler
Keppler
Kissling Waltraud
Dr. Koppitsch Klaus und Ingeborg
Lorenz (Bildhauer) und Frau (Keramik)
Lefer
Lasar
Mahlberger Emelie
Memet Metin Zeki
Arch. Manikas Dimitri
Mészáros Marianne, KAPSCH GROUP
Mauhart Beppo und Inge
Mantler, Medailleur
Nitsch Helga
Nuschei, Herr und Frau
Dr. Nausch Horst
Neuberger, Vater und Sohn (Reinhard, Maler)
Ing. Oberbauer Günther
Pany Alfred (Fotograf) und Ingrid (Bildermacher)
Pomper Franz, Prägeanstalt
Pohl Christa
Mag. Prochaska Erich und Steffi (Tochter)
Preis Arno
Mag. Raidl Edith,
Raynoschek Roland
Rebitzer Willi
Reheis Erwin (Maler) und Begleitung
Dr. Reisner Ingeborg
Rüdenauer Meinhard, Komponist
DI. Sehorz Eugen und Renate
Scheid Peter und Begleitung
Dr. Schwaiger Hertha und Begleitung
Schöffauer Friedrich, Arch., Begleitung
Schrefel Erika und August
Schrefel Josef
Schwabenbauer Herbert und Gerlinde
Schwarz Norbert (APA) und Begleitung
Ing. Staudinger Werner (GRAPHISCHE LÖSUNGEN), Katalogdruckvorbereitung
Staudinger Sonja
Steiner Maria
Stimm Oswald (Bildhauer)
Dr. Szaivert Wolfgang, Institut f. Numismatik Wien
Mag. Szauer Stephan, Steuerberater
Tambour Wolfgang und Frau
Tiefenbach
Terzka Peter und Begleitung
Frau Vlasic und Begleitung
Vutk Henrik und Tina
Wohlleb Edith und Gerhard (Wohlleb-Rahmen)
Waber Linde, Malerin
Dr. Zojer Hanne
Zobl Ingmar
Zobl Petra, Emelie, Sasa und Christi
Zobl Simone
Zobl Helmut

Spranz Dietmar, Gen. Dir. MÜNZE ÖSTERREICH
Pesendorfer Thomas, Graveurie, Münze Österreich
Ernst Christine, Direktion, Münze Österreich
Mag. Sylvia Eder, Direktion, MÖ
Herr Kurt Bock, Werbeabteilung, MÖ
Sicherheitsorgan, MÖ

Laut Angaben von Frau Goldemund, Portierloge
ca. 125 Personen, möglicherweise ist die Liste nicht vollständig –

Von Alfred Pany gibt es Fotos!
www.fotograf-pany.at Unter : >Sie sind im Bilde<


Mit besten Grüßen und allen nochmals herzlichen Dank, Helmut Zobl

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Prof. Helmut Zobl

grossbritannien (a report of Dr. Wolfgang Hilger)

Before meeting Helmut Zobl – precisely 30 years ago – I felt that medal engravers were hopelessly conservative people, artists caught up in imaginations of historicism producing antiquated miniature monuments on little metal discs. But once I became more closely involved with Zobl‘s work, I perceived that novel themes and images and even free-form compositions had found a place within the medal‘s little circle, that here a young artist had deliberately distanced himself from the retrospective tendencies of an academically frozen miniature art form, in order to strike out in new directions, both in terms of content, style and technical handiwork.

The latter was the result above all of Zobl‘s attendance at a technical metal-processing school in the town of Steyr, prior to his studies under Prof. Ferdinand Welz at the Vienna Academy. At the Steyr institute he learned the techniques of die sinking and metal engraving, for which reason Zobl later on did not see the classic plaster model and mechanical die casting using a reducing machine as the method which corresponded to his intentions; thus he developed and refined the method of direct die sinking and working directly with chisel, graving tool and hammer on the surface of the coining block. This technique, which requires the greatest concentration and is all but unalterable, obliges the artist to etch his images as a negative relief on the polished surface of a steel cylinder.

Zobl describes himself as a proponent of an art form which “can present a variety of imagination, design options and cogitative concentration on the smallest possible surface,” thereby alluding to an intention of particular importance to him, namely to relay substance, personal symbolism and worldly conceptions in the medals‘ images as well. Zobl deliberately distances himself hereby from the Zeitgeist‘s freedom of values which seem so dubious to him, as well as from general thematic arbitrariness and contextual abstractness. He is aware of the loss of the close ties which once existed between literary motifs and visual art and has never subscribed to the scepticism towards the image of man. In effect, Zobl‘s world of images is one which is conservative, carefully tended and which is at the same time constantly searching for new metaphors.

The “New World I – V” cycles, created as of 1969, in which Zobl definitively turned to the direct die-sinking method, are dominated by rampant utopian and fantastical structures which stylistically are rather attributable to the playfulness of late Surrealism, which was very current at the time. He developed bizarre tissues and micro-worlds covering the medals‘ circle which first of all paid homage to a horror vacui.

In 1972 he had the idea of coining a medal whose value would be above all the result of applying aesthetic and humanitarian principles; with his “universal thaler,” Zobl wished to point the way to a new and better world, to a harmonious order, with human beings in the centre as mediator between the real-materialistic and the spiritual-metaphysical. Since then, Zobl has never surrendered this vision of a “universal thaler;” the ninth version of this coinage appeared in 2000, maintaining as ever the original 1972 obverse.

Zobl's style began to change fundamentally in 1974. As consequences of the "disposable man" and "man and anti-man," the tissue of the minutely particled forms is reduced; anatomically correctly rendered figures now dominate within the medals' struck circle, acting as marionettes of their destiny; quotes derived from art and history once again prove that no serious artist can progress without tradition. It was evident that Zobl would turn again and again to the art of coinage of antiquity for direction. Both in terms of handiwork and overcoming the limitations imposed by the minuscule format, Greek coinage became Zobl's ideal and standard. He learned that monumentality had nothing to do with the diameter of the medals' circle; and, in fact, his work can contend even when photographically enlarged many times, precisely as regards balance and accuracy of proportion.

Throughout all the years, Zobl maintained his Christian-humanistic world-view, in which Man stands in the centre with all his emotions, hopes and anxieties, and the substance of his art attracts only those who feel an empathy with these principles. Zobl's circles are populated with individual human beings, couples entwined in love or conflict, groups of people occasionally arranged in strictly composed symmetrical patterns, often even posed in highly ornamental groupings. His figures interact with and against one another, their gestures and postures again and again transmitting messages or at least information on their state of mind. Zobl sees his characters – and thus himself as well – as parts of an eternal cosmic system characterised by wisdom and goodness, in a state of continuous transformational flux – and which is ultimately inexplicable. Although the charge of esoteric influence may well be tenable, Zobl is not propounding any type of healing remedy, but rather stimuli for thought in the form of miniature allegories.

At the same time, however, Zobl never lost touch with reality and the concrete exigencies of the contemporary art of coinage. He is the originator of a multitude of coin designs; no fewer than five nominal values have been struck in Austria, and his 20-schilling coin, with its slim little symbolic figure of the country's provinces, surely remains at once the most widely disseminated and yet most unfamiliar art multiple in Austria. Of course, he has also produced souvenir medals and plaques for both private and public customers, always remaining true to himself and his particular language of form.

Paintings and drawings have always been complements to Zobl's work; he was already producing large-scale sculptures at the outset of his artistic career. During the last two decades, painting and a highly individual manner of paper-imprinting gradually took on more and more significance in his work. Slim, elongated people and oft wraithlike shadowy beings of translucent consistency populate his drawings and watercolours as well, as Zobl develops derivations from the art of the ancient Egyptians (their notions of the hereafter in particular), just as he elaborates on art brut motifs and those of its Old Master Jean Dubuffet.

Zobl developed his paper-imprinting process by carving his elongated human figures (this time actually in monumental, mirror-reversed form) in square blocks of solid wood, principally resulting in long, narrow bas relief imprinting blocks, which he then pressed onto extremely thick, wet handmade paper. The hard imprinting procedure, such as is necessary with metal, was realised here with soft materials which, when dried, results in large-format paper reliefs, which can then be painted if desired.

Pursuing his vision unerringly for over 30 years, Zobl is at once the principal exponent and institution of the medal-engraver's art in Austria – an art whose practitioners of quality will become even rarer in the coming years, since the art has disappeared almost unnoticed from the courses offered at the Vienna art colleges.

Zobl has tapped his hammer millions of times to make well over 1000 striking-blocks, creating a medium to which a high degree of artistic significance has been attributed since the days of antiquity, and which has not lost its relevance during the waning Modern period.

Over the years, the high-frequency sonic vibrations caused by hitting hammer on metal have severely and tragically impaired Zobl's hearing; but he has remained a philanthropist and optimist, attempting to purvey his comprehensive understanding of harmony as regards God and the universe to the world by means of his art.

Wolfgang Hilger, Dr. phil., born 1943 in Vienna, studied History, Art History and Germanistics at the University of Vienna, graduating from the Institute of Austrian Historical Research. 1969-78: assistant to the Austrian Academy of Sciences' Historical Commission. 1978-85: Art Consultant for the Lower Austrian Provincial Government. Since 1985/2003: Art Consultant for the City of Vienna's Culture Department. Teaching appointments: Universities of Vienna and Munich, Vienna Academy of Fine Arts.